Grosse Drüsenameise (Tapinoma)


Die grosse Drüsenameise Tapinoma magnum ist eine Art des Tapinoma nigerrimum - Komplexes. Dieser besteht aus 5 Arten, die äusserlich nicht zu unterscheiden sind und auch die gleichen Schäden anrichten. Ursprünglich kommt die 2-4 mm grosse Ameise aus dem Mittelmeerraum. Sie wurde mit dem Pflanzenhandel in die Schweiz eingeschleppt. Die Ameise siedelt sich gerne in der Nähe von Häusern an und sucht dort Futter und Nistplätze. Sie vermehrt sich schnell und bildet grosse Kolonien. 
 
In der Landwirtschaft kann Tapinoma magnum Schäden an Nutzpflanzen verursachen. Sie ernährt sich von Samen, Früchten und Sämlingen und greift die Wurzeln von Pflanzen an. Die Art ist aggressiv und beisst Menschen und Tiere. Ihr Biss kann allergische Reaktionen auslösen oder Infektionen verursachen. 


Arten
• Tapinoma magnum 
• Tapinoma nigerrimum 

 

Problematik

Warum sind diese Ameisen problematisch?
Diese Art bildet sogenannte polygyne Nester, d.h. pro Nest gibt es gleich mehrere Königinnen. Zusätzlich kann es zur Bildung von Superkolonien kommen. Eine Superkolonie ist ein Komplex bestehend aus mehreren kooperierenden Nestern. Im Normalfall bekämpfen sich die verschiedenen Ameisenvölker, nicht so in einer Superkolonie. Durch die Kooperation können die Ameisen sehr hohe Zahlen erreichen (>800/m2). In Spanien wird eine Superkolonie auf die Individuenzahl von mehr als 110 Millionen Arbeiterinnen und 350‘000 Königinnen geschätzt. Dadurch entstehen sehr viel mehr Nachkommen und die Bekämpfung wird ebenfalls schwieriger als bei herkömmlichem Ameisenbefall. Wird eine Königin durch die Bekämpfung getötet, erlischt der Befall nicht, weil in der Superkolonie noch viele weitere Königinnen vorhanden sind.

Was für Schäden richten diese Ameisen an?

  • teils starke Belästigung in Wohnung und Garten
  • Verdrängung anderer Ameisen und Insekten
  • Blattläuse werden zur Honigtaugewinnung gehegt und können ebenfalls sehr hohe Dichten erreichen
  • Schäden an Fassaden und Elektrik
  • Hygieneprobleme in Lebensmittel- und Gesundheitsbetrieben

 

Wie breiten sich Ameisen aus?
Bei beiden Arten fliegen die Königinnen nicht aus, sondern wandern aus der bestehenden Kolonie ab. Dadurch verbreiten sie sich wesentlich langsamer als ihre geflügelten Artgenossen. Der Hauptverschleppungsweg ist mittels Topf- und Gartenpflanzen oder Erdmaterial, das vom Menschen verschoben wird. Daher ist es auch so wichtig, bei Abtransport und Entsorgung von Material aus Befallsgebieten besonders vorsichtig zu sein. Es reicht eine unentdeckte befruchtete Königin, um diese Ameisen in ein neues Gebiet zu verschleppen.

 

Was Sie tun können

Von blossem Auge und ohne Fachkenntnis lassen sich diese Arten nicht von heimischen Verwandten unterscheiden. Bei ausbleibendem Bekämpfungserfolg oder aussergewöhnlich hohem Aufkommen empfiehlt es sich, einen Spezialisten hinzuzuziehen. Informieren Sie die Gemeinde: Nur ein koordiniertes Vorgehen ist erfolgsversprechend.

 

Vorkommen in Basel-Landschaft

Folgende Gemeinden sind bereits betroffen: 

  • Binningen
  • Reinach
Superkolonie invasiver Ameisen in Kreuzlingen
Herunterladen
Ameisenbekämpfung in Zürich
Herunterladen
Tapinoma nigerrimum-Komplex
Herunterladen

30. Juni 2026