- Grundbildung
- Informationen für Ausbildungsbetriebe
- Pflanzenausbildung und Pflanzenkenntnis lehren
Pflanzenausbildung im Lehrbetrieb (Pflanzenkenntnis lehren)
Wieso ist die Pflanzenausbildung so wichtig?
- Wir haben uns zum Lehren verpflichtet!
→ BBG, BiVo, Lehrvertrag - Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Lernenden!
- Wir bilden unsere gärtnerische Zukunft aus!
- Pflanzen sind das zentrale Element in unserem Beruf und gerade die Pflanzenkompetenz unterscheidet uns vom Tiefbauer!
- Wir möchten doch keine Jung-Gärtner*innen, die 'nur noch mit dem Smartphone rumrennen!'
- Die Lernenden sind keine billigen Arbeitskräfte!
- Ein QV (im Speziellen das QV EFZ) ist ohne Pflanzenkompetenz nicht machbar!
- Anders gesagt:
Wir brauchen junge kompetente und handlungssichere Gärtner*innen, welche berufliche Aufgaben und Tätigkeiten eigeninitiativ, zielorientiert, fachgerecht und flexibel ausführen können.
Pflanzenausbildung und Betriebsliste - wie vorgehen?
- Empfehlung:
Pflanzenliste von JardinSuisse (BiVo 2012/18) nehmen- Pflanzen entfernen, welche nicht gewünscht sind (werden zB nicht verwendet)
- Pflanzen ergänzen, die in der Firma eingesetzt werden
- Pflanzen ergänzen, die in der Firma als wichtig erachtet werden
- Folgendes beachten:
- Liste sollte Pflanzen aus möglichst allen Lebensbereichen enthalten
- einheimisch und klassische Gartenpflanzen
- Neophyten, Unkräuter und ein paar Spezialitäten nicht vergessen
- Kübelpflanzen und saisonale Pflanzen ergänzen
- Achtung: Lernender soll nach Lehre handlungskompetent sein!
- Das Betriebssortiment muss nicht vom ersten Tag definiert sein, sondern kann wachsen!
- Leistungsfähigkeit und Können der Lernenden berücksichtigen
(Hinweis: Weniger kann mehr sein!) - Regelmässiges Lernen (wöchentlicher Rhythmus)
- Repetitionen einbauen!
- Überprüfungen durchführen!
- WICHTIG: Lernende müssen die Pflanzen handschriftlich notieren!
Empfehlung: Karteikarten führen - Pflanzen lernen immer mit ausgeführten Handlungen verknüpfen (wenn möglich)
Pflanzenausbildung und Betriebsliste - Mengengerüst
Wir (RKüK beider Basel, QV Gärtner*in beider Basel, BBZ BL und BZ JSBB) empfehlen:
- EFZ
mindestens 200 - 300, besser 400 - 500 Pflanzen
viele Attribute und Merkmale
- EBA
mindestens 100 - 150, besser 150 - 250 Pflanzen
beschränken auf die wichtigsten Attribute und wenige Merkmale
einfache Einteilungen
Pflanzenausbildung und Betriebsliste - zu lehrende Attribute und Merkmale
Empfehlung betreffend den zu lehrenden Attributen und Merkmalen pro Qualifikationsprofil (EFZ/EBA):
Attribute beide Qualifikationsprofil EFZ und EBA:
- Grösse/Höhe (<20 cm, 20 - 60 cm, 60 - 100 cm, 0.5 - 1.5 m, 1.5 - 3 m, 3 - 7 m, 10 - 15 m, >15m)
- Blütenfarbe, Blütezeit (EFZ: Monate, EBA: Frühling, Sommer, Herbst, Winter)
- immergrün/wintergrün/einheimisch/Bienenweide
- Pflanzentyp (Gehölz/Staude/saisonaler Flor/etc.)
- Herbstfärbung
Attribute nur Qualifikationsprofil EFZ:
- Blatt/Blattform
- Knospe
- Rinde/Borke
- Lichtbedarf
- Bodenbeschaffenheit
- Zierwert
- Habitus
- immergrün/wintergrün/einheimisch/Bienenweide
- Pflanzentyp
- Familie
Pflanzenausbildung - Tipps
- Botanische Namen erläutern
australis südlich
betulus birkenähnlich
trifoliatus/-a dreiblättrig
caerulea blau, bläulich
tomentosa filzig, polstrig
- Eselsbrücken aufzeigen
- Tussilago farfara (Huflattich)
«Eine Tussi hat sich am See verfahren.» Eine Tussi (Tussi-) hat sich am See (-lago) verfahren (farfara). - Picea/Abies unterscheiden
Picea pickst und Fahne an Nadelbasis Abies 'Saugnapf' an Nadelbasis - Acer platanoides (Spitz-Ahorn) / Acer pseudoplatanus (Berg-Ahorn)
Der Spitz-Ahorn hat die spitzeren Blätter. Dagegen weist Acer pseudoplatanus nur pseudo-spitze Blätter auf. - Alnus incana (Grau-Erle) / Alnus glutinosa (Schwarz-Erle)
Grauhaarige Menschen sitzen lieber als jüngere, schwarzhaarige. So hat die Grau-Erle sitzende oder kaum gestielte und die Schwarz-Erle gestielte Fruchtstände. - Tilia cordata (Winter-Linde) / Tilia platyphyllos (Sommer-Linde)
Im Winter bekleidet man sich mit dicken, dunklen Stoffen. Aus diesem Grund hat die Winter-Linde feste Blätter und braune Haare in den Achseln der Blattnerven. Im Gegensatz dazu sind die Blätter der Sommer-Linde weich und die Haare hell – hell wie ein Sommertag. - Erica (Erika) / Calluna (Besenheide)
Die Blättchen von Erika sind spitz und nadelförmig, wie auch der Name Erika etwas Spitziges hat. Calluna klingt rundlich, sie hat also runde Blättchen.
- Tussilago farfara (Huflattich)
- Hinweise auf besondere Merkmale
- Geschmack beim Reiben (Cotinus nach Rübli)
- Geschmack beim Brechen des Astes (Prunus padus)
- Brüchiges Holz (Acer negundo)
- Frucht des Löwenmauls (Antirrhinum) wie ein Totenkopf
- spannende Pflanzenfakten vermitteln
- allelopathische Wirkung bei Juglans (Juglon)
⇢ kein Wachstum unter Kronenbereich - Albedo-Effekt bei der Silberlinde (Tilia tomentosa)
zB im Sommer am Kleinbasler Rheinufer sehr gut zu sehen!
⇢ Silbrige Blattunterseite zu Sonne, Temperatur in
und unter Linde 2-3 Grad kühler
- allelopathische Wirkung bei Juglans (Juglon)
- Starten der Pflanzenausbildung im ersten Lehrjahr (August/September)
- EFZ: HK k3 Begrünungen unterhalten
- k3.1, k3.3, k3.5, k3.6
- EBA: HK i2 Begrünungen unterhalten
- i2.2, i2.3, i2.4, i2.5, i2.9, i2.10
- EFZ: HK k3 Begrünungen unterhalten
alle Informationen zur Pflanzenausbildung im Ausbildungsbetrieb
Schulung Ausbildungsverantwortliche vom 19. August 2026 zur neuen BiVo 2024
Schwerpunkte:
- wer ist für die Ausbildung zuständig
- Pflanzenkomptenz und QV
- Pflanzenausbildung im Ausbildungsbetrieb
- Tipps und Empfehlung zu Pflanzenkenntnisse im Ausbildungsbetrieb